Erstellen einer Laufwerkspartition in Linux

Connor Lim Version unspecified Last review: 2021-01-28

Das Erstellen und Löschen von Partitionen unter Linux ist gängige Praxis, da Speichermedien (wie Festplattenlaufwerke und USB-Medien) vor ihrer Verwendung in gewisser Weise „strukturiert“ werden müssen. Große Speichermedien werden meist in separate Bereiche, sogenannte Partitionen, unterteilt. Durch Partitionierung lässt sich das Laufwerk in isolierte Abschnitte unterteilen, die sich jeweils wie ein eigenes Laufwerk verhalten. Partitionierung ist besonders nützlich, wenn mehrere Betriebssysteme verwendet werden.

Erstellen einer Laufwerkspartition in Linux

Dieses Verfahren beschreibt, wie man unter Linux mit dem Befehl parted ein Laufwerk partitioniert.

Vorgehensweise

  1. Lassen Sie sich die Partitionen mit dem Befehl parted -l anzeigen, um das zu partitionierende Speichermedium zu identifizieren. Normalerweise befindet sich das Betriebssystem auf der ersten Festplatte (/dev/sda oder /dev/vda). Suchen Sie daher nach einer anderen Festplatte, um die gewünschte zu finden. Zum Beispiel:

    sudo parted -l
    Modell: ATA RevuAhn_850X1TU5 (scsi)
    Festplatte /dev/vdc: 512GB
    Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/512B
    Partitionstabelle: msdos
    Disk-Flags:
    
    Nummer  Anfang   Ende    Größe   Typ     Dateisystem  Flags
     1      1049kB  525MB  524MB  primary  ext4         boot
     2      525MB   512GB  512GB  primary               lvm
  2. Öffnen Sie das Speichermedium. Verwenden Sie den Befehl parted, um mit dem ausgewählten Speichermedium zu arbeiten. Zum Beispiel:

    sudo parted /dev/vdc
    GNU Parted 3.3
    /dev/vdc wird verwendet
    Willkommen zu GNU Parted! Rufen Sie »help« auf, um eine Liste der verfügbaren Befehle zu erhalten.
    (parted)

    Geben Sie unbedingt das Gerät an, das Sie partitionieren möchten. Wenn Sie nur parted ohne Gerätenamen eingeben, wird ein Speichermedium zufällig zur Bearbeitung ausgewählt.

  3. Stellen Sie den Partitionstabellentyp auf gpt ein und geben Sie dann Ja ein, um dies zu bestätigen.

    (parted) mklabel gpt
    Warnung: Die bestehende Partitionstabelle und alle Daten auf
    /dev/vdc werden gelöscht. Wollen Sie fortfahren?
    Ja/Nein? Ja

    Die Befehle mklabel und mktable dienen beide zum Erstellen einer Partitionstabelle auf einem Speichermedium. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments werden folgende Partitionstabellen unterstützt: aix, amiga, bsd, dvh, gpt, mac, ms-dos, pc98, sun, atari und loop. Mit dem Befehl help mklabel`erhalten Sie eine Liste der unterstützten Partitionstabellen. Beachten Sie, dass `mklabel keine Partition, sondern eine Partitionstabelle erstellt.

  4. Überprüfen Sie die Partitionstabelle des Speichermediums.

    (parted) print
    Modell: Virtio Block Device (virtblk)
    Festplatte /dev/vdc: 1396MB
    Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/512B
    Partitionstabelle: gpt
    Disk-Flags:
    Nummer Beginn Ende Größe Dateisystem Name Flags
  5. Erstellen Sie eine neue Partition mit folgendem Befehl. Zum Beispiel 1396 MB auf Partition 0:

    (parted) mkpart primary 0 1396MB
    
    Warnung: Die Partition ist nicht sauber ausgerichtet, gemessen an bester Performance
    Ignorieren/Abbrechen? I
    
    (parted) print
    Modell: Virtio Block Device (virtblk)
    Festplatte /dev/vdc: 1396MB
    Sektorgröße (logical/physical): 512B/512B
    Partitionstabelle: gpt
    Disk-Flags:
    Nummer  Start   Ende     Größe    Dateisystem  Name     Flags
     1      17.4kB  1396MB  1396MB               primär

    Die Angabe eines Partitionsnamens ist bei GPT zwingend erforderlich; im obigen Beispiel ist „primary“ der Name, nicht der Partitionstyp. In einer GPT-Partitionstabelle wird der Partitionstyp als Partitionsname verwendet.

  6. Beenden Sie das Programm mit dem Befehl quit. Änderungen werden beim Beenden von parted automatisch gespeichert.

    (parted) quit
    Information: Möglicherweise müssen Sie /etc/fstab anpassen.

Hilfebefehl zum Erstellen einer neuen Partition

Um Hilfe beim Erstellen einer neuen Partition zu erhalten, geben Sie Folgendes ein: help mkpart.

(parted) help mkpart
  mkpart PART-TYP [FS-TYP] ANFANG ENDE    Partition erzeugen

        PART-TYP ist eines von: primär, logisch, erweitert
        FS-TYP ist eines von: udf, btrfs, nilfs2, ext4, ext3, ext2, fat32, fat16, hfsx, hfs+, hfs, jfs, swsusp,
        linux-swap(v1), linux-swap(v0), ntfs, reiserfs, hp-ufs, sun-ufs, xfs, apfs2, apfs1, asfs, amufs5,
        amufs4, amufs3, amufs2, amufs1, amufs0, amufs, affs7, affs6, affs5, affs4, affs3, affs2, affs1,
        affs0, linux-swap, linux-swap(new), linux-swap(old)
        ANFANG und ENDE sind Stellen auf der Festplatte, z.B. 4GB oder 10%. Negative Werte zählen vom Ende der
        Festplatte aus. Beispielsweise steht -1s für genau den letzen Sektor.

        »mkpart« erzeugt eine Partition, ohne ein neues Dateisystem auf der Partition zu erzeugen. FS-TYP kann
         angegeben werden, um eine geeignete Partitions-ID zu setzen.
  • Das Festlegen des Dateisystemtyps (FS-TYPE) erstellt kein ext4-Dateisystem auf /dev/vdc1. Sie müssen das ext4-Dateisystem weiterhin mit mkfs.ext4 erstellen.

  • Die Partitionstypen einer DOS-Partitionstabelle sind primäre, logische und erweiterte Partitionen.

  • Die Angabe eines Partitionsnamens ist bei GPT zwingend erforderlich. In einer GPT-Partitionstabelle wird der Partitionstyp als Partitionsname verwendet.